Archiv für November 2011

Tag 8: Noch mehr Inderaction

Montag, 7. November 2011

Heute hatte sich drei unserer Partnerschulen zu einem Tête á Tête angesagt. Für die etwa gleichaltrigen indischen Schülerinnen und Schüler hatten wir vier verschiedene Workshops und die dazugehörigen Materialien vorbereitet. Gemeinsam bearbeiteten indische und deutsche Schüler verschiedene technische Themen. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Programmieren eines Fahrroboters, eine andere Gruppe setzte sich mit elektronischen Schaltungen zur Speicherung von Energie auseinander, die dritte Gruppe arbeitete mit Brennstoffzellen und die vierte Gruppe baute organische Solarzellen und überprüfte deren Funktionstüchtigkeit. Insgesamt kann man feststellen, dass alle Schüler mit viel Eifer und großer Freuden bei der Sache waren. Alleine das Desinteresse  der indischen Lehrer an den Workshops hat uns etwas irritiert. Für die Gruppe der jüngeren  Schüler wurde wieder das schon gestern beschriebene Programm angeboten.

Umringt von Fans (keine des KSCs) weihte Herr Merkle die Kinder in die Feinheiten der menschlichen Verhaltensmuster ein und erklärte mit seiner unübertrefflichen Diplomatie (oder sollte man Demagogie sagen?) sowohl den Jungs wie auch den Mädchen, warum sie das stärkere Geschlecht seien.

Die Schulen, die am Nachmittag kamen, hatten nur wenig Zeit eingeplant. So konnten nicht alle vorbereiteten Versuche durchgeführt werden, was etwas enttäuschend war. An dieser Stelle ein großes Lob an unsere Schüler, die wieder einmal ihre Professionalität  unter Beweis gestellt haben.

Da unser Arbeitstag unerwartet früh beendet wurde, nutzten wir die Zeit um der Ziegelei, die in der Nachbarschaft liegt, einen Besuch abzustatten. Wir wurden durch die Werkstatt geführt und Herr Merkle erklärte fachmännisch die einzelnen  Arbeitsschritte.

Frage des Tages: Welche Frauen K.  haben eine Schwäche für Löffelchen?

Tag 7: Let’s start working hard

Samstag, 5. November 2011

Dank eines schrecklichen Weckdienstes von Frau K. erschienen heute alle pünktlich beim Frühstück. Das schrille Lachen weckte schon bei der ersten Zimmertür alle übrigen Personen auf, sodass manche dachten, der Wecker wäre gar nicht auszuschalten. So musste beim Frühstück erst einmal der Schock überwunden werden, worauf  nur im Schweigen gegessen wurde. Nun galt es sich allerdings auf den heutigen Tag vorzubereiten. Es stand ein Besuch der Vimalagiri International School mit Unterstufen Schülerinnen und Schülern  an. Nach einer kurzen Einführung und  Vorstellung aller Schüler wurden wir in drei verschiedene Gruppen unterteilt, zum Einen wurde der Bau eines Windrades angeboten, zum Anderen wurde eine Führung ums Gelände durchgeführt.

Zudem tauschte man sich rege über die beiden Musikkulturen aus. So lernten die Schüler der Vimalagiri Schule deutsche Lieder, wie zum Beispiel „Heute hier, morgen dort“ und „Guten Abend, Gut‘ Nacht“, aber auch wir hatten das Vergnügen zwei kurze traditionelle keralische Lieder kennen zu lernen. Erstaunlich war dabei, dass wir uns überraschend schwer taten die Malayalam Laute auszusprechen, während die Inder kaum Probleme mit der deutschen Aussprache hatten.

Begleitet von sehr viel Freude an der Arbeit, verging die Zeit wie im Flug. Nun fand man sich bei einem gemeinsamen Essen wieder, bei dem viele von uns zum ersten Mal mit den Händen aßen, für Inder etwas Selbstverständliches. Dabei unterhielt man sich nett über verschiedene Hobbies, Schulsysteme oder Esskulturen. Abschließend tauschte man sich noch über die neu gewonnenen Erfahrungen aus, dann hieß es schon Abschied nehmen. Für heute haben wir erfolgreich unsere Arbeiten erledigt. Zeit zur inneren Einkehr: ob beim Komponieren, Texte schreiben, Singen, Uno spielen, Lesen oder auch einfach nur ein bisschen Schlaf nachholen, jeder hatte seinen Spaß. So haben sich mittags K. K., Simone K., Nikolai K. und Alex K. in der Musik verirrt, retteten sich aber durch zwei Leitern zurück nach A-Moll. So kann man stolz berichten, dass zwei neue Songs fast fertig gestellt werden konnten. Auch wurde in der Stadt groß eingekauft. Im lokalen Supermarkt wurden die Regale leer geräumt, in dem man Nutella und Cornflakes kaufte. So gehen alle mit Nutella Träumen schlafen, denn morgen erwarten uns harte Arbeiten und große Herausforderungen, die wir dank unserer perfekt organisierten Spontanität meistern werden. Nach dem üblichen Gute Nacht Gewitter werden wir jetzt wohl lieber schlafen gehen, um ausgeruht morgen den Tag zu überstehen.

Heutiges Rätsel: Wer ist Frau K.?

Tag 6: Sich treiben lassen

Samstag, 5. November 2011

Der Tag begann genau wie der letzte geendet hatte, es regnete in Strömen. Welche guten Seiten sollte man diesem Wetter noch abgewinnen? Da es relativ sicher erscheint, dass nach einem Regen immer wieder die Sonne scheint, muss man sich einfach nur in Geduld üben. Ein gutes reichhaltiges Frühstücksbüffet ist dabei sehr hilfreich. Wieder einmal genossen wir in vollen Zügen den Luxus des Beach Resorts. Yogakurs und Massagen fielen zwar ins Wasser aber das allgemeine Wohlbefinden war dennoch gut. Am späten morgen war eine Studentengruppe der Agrarwissenschaftlichen Schule angekündet, Zeit für etwas „Inderaction“. Der Gedankenaustausch lief zwar etwas schleppend an, da viele der Schülerinnen und Schüler nur Malayalam sprachen. Besonderes Interesse weckte bei den Indern die politische Situation der BRD nach der Wiedervereinigung und die europäische Agrarpolitik.

guggst duuu

Als Lohn für alle Anstrengungen verlängerte der Resortmanager unsere Aufenthaltszeit um einige Stunden, so konnten wir uns noch ausgiebig in der arabischen See der tosenden Brandung stellen. Besonders schwierig erschien dabei das in See Stechen. Manch wackere Frau wurde dabei unversehens, wie Treibgut, an den Strand gespült. Zum Glück hatten wir auch Sport 4stündig an Bord und wurden in die Geheimnisse des Bodysurfens eingeführt.

Das Mittagsbüffet ließ keine Wünsche offen und so fiel uns der Abschied recht schwer.

Übrigens Regen schütz in Indien nicht vor Sonnenbrand am Strand.

Welche K. wurde, wie seinerseits Robinson Crusoe, an den Strand gespült?

Standartsituation =)

Tag 5: Marari Beach Ressort

Mittwoch, 2. November 2011

Einen kleinen Vorgeschmack auf Marari bekamen wir heute schon beim Frühstück. Zum ersten Mal wurden zum Frühstück leckere Brötchen serviert. Voller Vorfreude packten wir unsere Rucksäcke und stiegen in die Busse, die uns zu unserem Kurzurlaub ins Marari Beach Ressort bringen sollten. Wir mussten eine kurze Kafka Unterbrechung einlegen, da nun ein Schulbesuch Im Sacret Heart College anstand. Dort wurden wir über das Schulgelände geführt. Die vielen kleinen Parkanlagen zwischen den Schulgebäuden wären doch auch mal was fürs FSG. Im Zeichen des Klimaschutzes pflanzten wir nach dem Rundgang einen Mahagonibaum.  Das obligatorische Gießen des Baumes kam leider etwas kurz, da wir noch zu einer Diskussionsrunde eingeladen waren, die aus einer Stunde Vorstellungen der Anwesenden Schulleiter und Priester bestand. Herr Merkles Vorstellung unseres „Teams“  kam von der Länge her bei weitem nicht mit der, der Anderen mit (Verhältnis 1:20).

Vor dem eigentlichen Vortrag wurden wir noch zum Kuchen und Tee eingeladen, mussten jedoch die Veranstaltung frühzeitig verlassen, um das Mittagessen in Marari nicht zu verpassen.

Unser Zwischenstand bei Kafka (1/2; 1/2; 1/3) konnte leider auf der zweiten Busfahrt nicht verbessert werden weil  Michal Jackson unsere Wege kreuzte.

Im Marari  Beach Ressort angekommen wurden wir herzlichst mit einem Punkt auf der Stirn und einer Frisch geöffneten Kokosnuss begrüßt. Bevor wir über das Gelände des Ressorts geführt wurden, genossen wir das A-la-Carte Mittagessen, auch wenn die meisten anstatt zu indischer Küche zu Pasta griffen.

Unser Rundgang begann im Schmetterlingsgarten, den wir morgen aus Fototechnischen gründen erneut besuchen müssen. Trotz Regen erhielten wir erste Eindrücke, wie es hinter den Kulissen von Marari Beach aussieht.  Wir besichtigten die Kläranlage, die Biogasanlage und die „Ayurveda Kitchen“, in der die typischen Ayurveda Salben und Cremes hergestellt werden.

Nach der Führung genossen wir unsere Freizeit mit Beschäftigungen, wie in Badesachen durch den Regen rennen, Bodysurfen, Wasserball im Pool oder Beachvolleyball spielen.

Als wir wieder auf unsere Zimmer wollten, stellten wir fest, dass wir Probleme, wie nicht auffindbare Schlüssel und zu kalt eingestellte Klimaanlagen nicht mehr gewohnt waren.

Die Türen und „Kältewände“ überwunden, genossen wir gut vorgeheizte Duschen in einem kleinen Innenhof in unseren Villen.

Vor dem Abendessen wurde uns ein für Kerala typischer Tanz vorgeführt, bei dem Sprachwendungen tänzerisch dargestellt wurden.

Wir bedanken uns für die Einladung ins Marari Beach Ressort und die Gastfreundschaft, die uns entgegen gebracht wird.

1. Tagesrätsel: Wer ist Dodo, und ist so verspannt weil er Körperspannung hat?

2. Tagesrätsel: Wer schafft es nicht, sich bei den zwei Meter hohen Wellen über Wasser zu halten? (Der, der Sport vierstündig hat)

Tag 4: Global Action Week

Dienstag, 1. November 2011

Auch heute ging das Aufstehen wieder sehr schwerfällig von statten. Nachdem gefrühstückt worden war, bereitete man sich auf das bevorstehende Eintreffen der indischen Schüler vor. Aufgrund des überraschenden Tod es des Minister für Ernährung wurde eine 2-tägige Trauerzeit ausgerufen, weswegen 5 der 6 Schulen nicht kommen konnten. Dennoch wurde alles so sorgfältig wie möglich für die eine Schule aus Cochin vorbereitet.

Am Vortag war das Zelt aufgebaut worden, jetzt wurde die Bühne noch mit Mikrofonen austgestattet, sowie 2 Boxen und einem Soundsystem.

Nach Ankunft der indischen Schülerinnen und Schüler, versammelten sich diese im Festzelt und wurden von Professor Dr. George Peterpillil, dem Leiter der Veranstaltung, begrüßt. Wir führten unsere Modenschau der verschiedenen Epochen in Deutschland auf, angefangen im Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Herr Merkle moderieriete die Schau und gab die wichtigsten Informationen zur jeweilig gezeigten Epoche. Am Ende der Modenschau kamen alle nochmals auf die Bühne wir sangen sangen, verstärkt durch 5 indische Schüler aus dem Publikum, die wir zuvor auf die Bühne geholt hatten, “We are the World”. Nach der Vorführung sprachen die leitende indische Lehrerin, sowie einige indische Lehrer Grußworte. Dann wurden einige Schülerinnen aufgerufen, die über ihre Schulprojekte für die Umwelt berichteten. Simone begeisterte im Anschluss noch mit einem deutschen Lied, welches mit großem Applaus bedacht wurde. Die 120 Schüler wurden in 5 Gruppen aufgeteilt und auf unsere Stationen verteilt.

Die erste Station , wurde von Laura vorbereitet. Sie referierte über die beiden Biokläranlagen, die es im Zentrum gibt. Kathrin erklärte an der nächsten Station etwas über Recycling und ökologischen Landbau. Station 3 wurde von Alexander betreut und handelte von der Funktionsweise des Solarkochers und der Solartrocknungsanlage. Desweiteren wurde an Station 4 die Grätzelzelle von Philipp und Simone vorgestellt. In Station 5 wurde der Film von Al Gore über Globale Erwärmung von Sebastian und Saskia gezeigt. Die letzten beiden Stationen handelten zum einen von der Brennstoffzelle, die Katharina vorführte, die andere von Solarzellen, über die Florian berichtete.

Das offizielle Programm endete gegen 13 Uhr. Die Zeit danach wurde noch rege genutzt um Kontaktdaten auszutauschen.

Am späten Nachmittag erkundeten wir zu Fuß die Umgebung des Zentrums. Unser Spaziergang sprach sich wie ein Lauffeuer rum, an den Haustüren stehend, beäugten uns die Einwohner neugierig und wohlwollend. Highlight war ein lokales Fußballmatch. Frenetisch feuerten wir mit La Ola Wellen barfüßige indische Fußballspieler, sehr zu deren Freude, an.