Tag 11: Time To Say Goodbye

9. November 2010

Nachdem wir beinahe vollständig zum Frühstück erschienen waren, machten sich alle daran ihre Koffer zu packen und für die notwendigste Ordnung zu sorgen. Anschließend begannen wir mit dem Verfassen des Zeitungsartikels für die Marbacher Zeitung und dem Aussortieren der Bilder, wobei dies bei 17 GB Bildmaterial eine Wochenarbeit werden wird.

Nach getaner Arbeit übten wir unseren, von Simone, Nikolai und Sabrina umgedichteten (Lady in Black) Abschiedssong für Frau Zaiser und Herrn Peter. Am Nachmittag fuhren die meisten von uns mit dem Tucktuck in das nahegelegene Dorf, um dort die Läden unsicher zu machen und Indiens Wirtschaft anzukurbeln.

Nachdem alle Einkäufe verstaut und eine Straßenlaterne mit integriertem Solarmodul von Tobias und Florian versetzt wurde, trafen wir uns am Abend, um gemeinsam mit Frau Zaiser und Herrn Peter unsere Eindrücke und Erfahrungen der vergangenen Tage auszutauschen. Zum Dank führten wir eine von Nikolai und Malin zusammengestellte Bildpräsentation und unseren Song vor.

Es stellte sich heraus, dass Herr Merkle seine Versprechen wirklich einhält. So auch, dass jedes Mädchen mit einem Sari im Gepäck den Heimweg antreten würde. Frau Zaiser überraschte uns alle, indem die Jungs einen traditionellen indischen Rock (Kailys) und die Mädels einen Sari bekamen. Natürlich wurden Unmengen von Bildern geschossen, bis wir zum Abendessen gerufen wurden. Die Bananen erfreuten sich mal wieder an besonderer Beliebtheit.

Wir sind alle froh, dass sich Herr Merkles striktes Sarikaufverbot nun endlich aufgeklärt hat und wir beruhigt ins Bett gehen können. Natürlich werden wir das noch nicht tun, schließlich ist heute unser letzter Abend im Zentrum. Doch jetzt werden wir uns anderen Beschäftigungen widmen, um morgen im Flugzeug ausruhen zu können.

Tag 10: Unsere Partnerschule (und mehr) Teil 2

9. November 2010

Heute Morgen wurden wir von einem Schulbus unserer Partnerschule abgeholt und kamen nach holpriger Fahrt heil dort an. Zunächst wurden wir von 2200 Schülern und einem dauertelefonierenden Rektor (die Mobiltelefone erobern Indien) königlich empfangen. Nachdem Mr. Martin uns alle vorgestellt hatte, übereichte Corinna als Symbol der internationalen Beziehung zwischen unserer Partnerschule und dem FSG einen Q-Fix-Roboter. Später führten wir unser mittlerweile  sehr routiniertes Programm vor, dass mit viel Beifall gewürdigt wurde.

black and white

Nach einem in Perfektion ausgeführten Tanz von indischen Schülerinnen wurden wir auf das Schulgelände entlassen und bekamen eine Führung durch alle Gebäude des Schulzentrums. Der Kindergarten erfreute sich besonderer Aufmerksamkeit, aufgrund der überall herumtobenden Kinder. Umgekehrt erregten wir viel mehr Aufmerksamkeit bei den Kindern/Schülern/Lehrern (wie immer).

indische Perfektion

Nach einem leckeren, für uns mild gehaltenen, aber etwas gehetzten Mittagessen, genossen wir die  Busfahrt zur nächsten Schule. Dort wurden wir sehr herzlich von den Lehrerinnen und dem Schulleiter empfangen. Nachdem wir ein weiteres Mal Schüler mit unserer Showeinlage begeistern konnten, bekamen wir ein zweites Mittagessen vorgesetzt und fragten uns wo das ganze Chili hin sollte. Irgendwo fand sich dann doch noch ein Plätzchen in unseren Mägen, und wir unterhielten uns mit sehr interessierten indischen Schülern über unseren Aufenthalt in Kerala.

Nachdem wir ein zweites Mal einen gehetzten, plötzlichen Abgang hinlegen mussten,  wurden wir von einem Jeep abgeholt. Wir stellten fest, dass die indischen Busse scheinbar mehr PS und mehr Platz als jegliche andere Fahrzeuge in Indien abbekommen haben, dass aber an Stoßdämpfern gespart wurde und man deshalb des Öfteren  mit der Decke Bekanntschaft machte. Nach kurzer Fahrt, als wir uns gerade an die Platzbegrenzung gewöhnt hatten, hielten wir sehr überraschend nochmal an und Herr Merkle teilte uns mit, dass wir dem Bischof noch einen Besuch abstatten.

Uns schwante schon beim Betreten des Gebäudes und nach der sehr herzlichen Begrüßung des deutschsprechenden Bischofs eine weitere Mahlzeit.

Diese Vorahnung bewahrheitete sich in Form von Kokos-Pfannenkuchen, vielen Bananen und extrem starkem Tee. Als das obligatorische Gruppenbild geschossen war, wurden wir in den Jeep „entlassen“ und kamen erschöpft im R.E.C. an.

Den morgigen Tag werden wir zur Erholung vor dem Flug nutzen, bzw. es versuchen uns zu erholen und zu packen. Da wir gerade feststellen, dass unsere gesellige Mitbewohnerin, die Wolfsspinne uns immer noch überwacht, beenden wir hier unseren Bericht und gehen anderen Beschäftigungen (in sicheren(?) Zimmern) nach.

Tag 9: Shopping auf indisch

7. November 2010

Unser geplanter Ausflug nach Kochin begann um kurz nach neun mit zwei Taxis, die vor der Tür auf uns warteten. Erstaunlicherweise passten wir zwölf in zwei, für insgesamt (offiziell?) acht Leute ausgelegte, Fahrzeuge. Nachdem wir nun auch wissen, wie es zu den Schlaglöchern auf den Straßen kommt (diese werden von Hand, mit einer Spitzhacke, mühevoll ausgehoben), freuen wir uns auf die nächste Auto-/Busfahrt.

Unser Führer zeigte uns zunächst die Synagoge von Kochin (einzigste? Wer weiß, auf jeden Fall waren dort viele Touristen). Danach empfahl er uns „günstige“ (?!?) Einkaufsmöglichkeiten, sogenannte Geheimtipps! Ominöser Weise kostete dort alles ungefähr dreimal so viel, wie beim Straßenhändler um die Ecke. Als wir nach dem Besuch eines Museums (mit archäologischen Funden, die nicht dem Geschmack von uns allen entsprachen, und vielen Sitzmöglichkeiten), starken Hunger verspürten, entschlossen wir uns dazu dem Führer zu vertrauen und in das von ihm empfohlene Restaurant zu gehen.

Dieses stellte sich auch tatsächlich als gut und günstig heraus. Wir genossen unsere warme Mahlzeit, bestehend aus nicht ausschließlich indischen Spezialitäten, bis Sabrina die kostenlose Extraportion Protein für den Tagesbedarf in Form einer Ameise in der Soße fand. Nach diesem Fund wurde das Essen genauestens auf nicht-archäologische Funde geprüft und genehmigt.

Zum Abschluss unseres Ausflugs bekamen wir eine Stunde Zeit, um uns im Handeln und „übers-Ohr-hauen-lassen“ zu üben. Als alle mehr oder weniger glücklich versorgt (die Trommeln erfreuten allerdings nur die Besitzer und nicht den Rest der Gruppe) im Taxi saßen, fuhren wir zurück. Trotz Klimaanlage wurde uns auch auf der Rückfahrt garantiert nicht kalt, da wir mal wieder in mehr oder weniger zwangsweise verordneter Kuschellaune waren.

Heil zurück im R.E.C. und nach etlichen Runden UNO, bzw. Kamps, wurden wir von einem „Reis-losen“ Abendessen überrascht. Herr Merkles Geschmacksnerven entdeckten ganz neue Reize, indem er Dank Malin, Pfeffer in seinem SevenUp vorfand und dies erstaunlicherweise sehr lecker fand. Natürlich probierten alle Anwesenden ebenfalls diese interessante Geschmacksverirrung und mussten ihm zustimmen. Somit wissen wir jetzt, dass in Zukunft der künstliche Geschmack des Fantas (does not contain fruit), Pepsis (tastes good all six months) und SevenUp mit Pfeffer neutralisiert werden kann.

Zur Beruhigung der Gemüter entdeckte Corinna eine „niedliche“ Wolfsspinne an der Decke. Dazu trug außerdem die Anmerkung Herr Merkles bei, dass diese extrem giftig sei und gerne herumspringen würde.

Bitte nicht Streicheln

Abends beschäftigten wir uns alle kreativ, mit Komponieren, Zeichnen, Präsentationen vorbereiten und neue UNO-Regeln erfinden, bei denen es mittlerweile sehr schwer ist zu spielen, ohne durch „Nixblicker-Karten“, „Abwesenheits-Karten“, „Kraftwort-Karten“, „Heulsusen-Karten“ und vielen sinnlosen Karten mehr, jemals das Spiel zu beenden.

P.S.: Die Karten beherrschen mittlerweile unseren Alltag und sobald jemand zu fluchen, oder jammern beginnt wird demjenigen sofort die jeweilige Karte nachgerufen!

Tag 8: Unsere Partnerschule Teil 1

7. November 2010

Die Strapazen der vergangenen Tage (und Nächte? Genaueres weiß man nicht) sind nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Schon beim Wecken hatte unser Weckdienst sichtlich Mühe alle aus dem Bett zu bekommen. Auch das Frühstück verlief zunächst eher ruhig. Dies könnte aber durchaus  auf die sich langsam aufbauende Spannung über das bevorstehende Zusammentreffen mit der Schülergruppe unserer Partnerschule zurückgeführt werden. Wir fühlten uns gut vorbereitet. Die einzelnen Gruppen verpassten ihren Stationen den letzten Schliff. Früher als erwartet trafen unsere indischen Altersgenossen ein. Nach kurzer Begrüßung und Vorstellungsrunde stiegen wir sofort ins Themengebiet „erneuerbare Energie“ ein. Ein kurzer Einführungsfilm, präsentiert von Malin und Sabrina, sorgte für die notwendige Lockerheit. Das obligatorische Gruppenfoto und der gemeinsame Tee führten zu einem ersten regen Austausch. Schnell waren die vier Workshops (Solarzellen und Elektronik, Brennstoffzellen, selbstgebaute Solarzellen nach Grätzel und Programmieren eines Microcontrollers) zugeteilt. Uns wurde von unseren Lehrern, ein konzentriertes Arbeiten, eine  gute Zusammenarbeit in der Gruppe und ein reger Austausch bestätigt.  Besonders beeindruckend fanden wir die guten theoretischen Grundlagen unserer indischen Mitstreiter, die allerdings wenig praktische Erfahrungen hatten. Ihre Begeisterung während des Praktikums war offensichtlich. Die daraus resultierenden binationalen Vorträge transportierten unsere gemeinsam erlebte Freude.

Robotics

Solarenergie

Gretzelzelle

Das gemeinsame Mittagessen sorgte für den ersten „Kulturschock“. Essen ohne Besteck! Inder essen mit  den Fingern. (Am Montag sind wir an ihrer Schule zum Mittagessen eingeladen.) Unglücklicherweise haben wir keine Beweisfotos, da wir vereinbart hatten, keine Bilder beim Essen zu machen. Nach Aufforderung durch unsere neugewonnenen indischen Freunde, probierten wir dieses neue Essgefühl aus, wobei bei dem ein oder anderen eine neue Geschmacksnote hinzugekommen sein dürfte. Sehr erstaunlich war die Tatsache, dass diese Überwindung gewisser Grenzen, von einigen Wenigen erstaunlich schnell und genauso geschickt vollzogen wurde. Wir geben keine Namen preis!

Wir mit den indischen Schülern

Der Abschied, der viel zu schnell kam,  fiel uns nicht leicht, da wir das Bedürfnis hatten noch länger miteinander zu reden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen am Montag.

Da unsere Lehrer eine unruhige Nacht befürchten, luden sie uns zu einem Spaziergang ein. Gestärkt durch einen Tee, besuchten wir den lokalen Markt. Der zweite „Kulturschock“ an diesem Tag, wir erlebten zum ersten Mal ungeschminktes Indien hautnah. Dennoch hatten wir ein gutes Gefühl, denn schließlich  wachte der Papst über uns.

Nach dem Abendessen ging es eher ruhig und besinnlich zu.

Bevor uns die Moskitos gänzlich aussaugen, beenden wir den Bericht vorsichtshalber, um morgen nicht blutleer durch Kochin zu wandeln.

Tag 7: Tag 6, die Zweite

6. November 2010

Zunächst einmal: Aufgrund technischer Probleme konnten wir den Blog gestern nicht hochladen (heute Abend folgt der Bericht vom heutigen Tag). Außerdem  haben unsere Luftballons nur noch einen Durchmesser von 1 mm. Proportional zu diesem Phänomen schrumpfen unsere Hygieneartikelbestände, somit steigt unsere Moskitostichrate.

Luftballons ???

Auch wenn wir teilweise letzte Nacht tatsächlich knapp 12 Stunden geschlafen haben, ist uns bewusst geworden, dass man auch danach durchaus noch müde sein kann.

Unser Programm von gestern wurde durch interessante Vorträge der Studenten, die mit uns im R.E.C. wohnen, erweitert. Doch nicht nur das Vortragsprogramm wurde erweitert. Auch unser kulturelles Programm wurde, durch eine sehr spontane „Choreografie“ von Tobias und Malin, erweitert. Anschließend gab es die gewohnte Autogrammstunde für unsere indischen Freunde.

Herr Merkle gibt Autogramme

Die Wasserprobleme der letzten Tage wurden doppelt gelöst. Zum einen konnte die Pumpe wieder in Betrieb genommen werden, und zum anderen gab es eine ordentliche Tankfüllung von oben (Regen). Aufgrund des Wasserüberschusses wurden die Waschversuche wieder in Angriff genommen, sodass wir jetzt ein Platzproblem auf der Wäscheleine haben. Unsere Waschversuche waren mehr oder weniger erfolgreich. Es könnte sein, dass die Waschmaschinen in Deutschland dringend benötigt werden.

Unser „Unterhaltungsprogramm für Nicht Organisierte Programmlücken“ (kurz UNO) wurde durch ein weiteres Kartenspiel bereichert: Kamps (nicht der Bäcker).

UNO, das meistgespielte Spiel im R.E.C.

Bei der gemeinsamen Besprechung verhielten wir uns wie in der Schule, sodass Frau Waible eine Strichliste führen musste, die selbstverständlich nicht den erwünschten Effekt hatte, da Frau Zaiser uns rief und wir zu Keksen und Tee sprinteten. Mittlerweile machen wir uns Sorgen um die knapp werdenden Keksvorräte.

Nachdem alle Kekse vertilgt waren, ging es an die Vorbereitungen für die morgigen Workshops, wobei jeder die Funktionsfähigkeit der jeweiligen Versuche testete und die „Q-Fixer“ laut Herr Merkle „erst mal abchecken was geht“.

Jetzt freuen wir uns auf das „Deewali“ (von Nikolai als: „Die Walli“ verstanden), welches hier vergleichbar mit unserem Weihnachtsfest gefeiert wird.

Gerade eben wurden wir von indischen Kindern unterhalten, die uns partout nicht gehen lassen wollten und begeistert damit beschäftigt waren uns indische Klatschspiele und ihre Sprache beizubringen. Die Kinder sind uns nicht nur wortwörtlich um den Hals gefallen, sondern hielten uns vorerst für eine reine Mädchengruppe, was auf die Haarlänge zurückzuführen sein könnte.

Natürlich nochmal Grüße aus Indien und jetzt noch eine Bestellung an alle Eltern für unsere Ankunft:

Wir werden zwar das indische Essen sicher vermissen (besonders die Gewürze) aber trotz allem fehlen uns die schwäbischen Gerichte. Unter Anderem wären erwünscht: (Käs-)Spätzle, Maultaschen, Rostbraten mit Zwiebeln, Schnitzel,… Zur Not ginge auch: Pizza, Pasta, Ketchup :-) , Döner, Weißwürste, Bauernbrot,… Wir sind aber auch für andere kreative Einfälle offen!

Tag 6: Back to R.E.C.

4. November 2010

Da wir den gestrigen Tag etwas zu relaxt angegangen sind, hier noch der zweite Teil des gestrigen Tages: :-)

Nachdem wir den Nachmittag seeeeehr entspannt angegangen waren, begannen die nicht sonderlich entspannenden Vorbereitungen für die abendliche Vorführung. Trotz einiger technischer Komplikationen, die über mit Holzstücken eingesteckte Kabel in den Steckdosen hinaus gingen, hatten wir ein großes Publikum bei unserem Auftritt.Fünf indische Fernsehsender (ja Sie haben richtig gelesen) besuchten das Marari Beach Resort und filmten unsere Auftritte. Die eindeutigen Publikumslieblinge waren Simone und Malin. Letztere durfte später den Fernsehreportern ein ausgiebiges Interview geben. Simones Auftritt rührte das Publikum, unter dem die Angestellten des Hotels waren, zu Tränen.

Simone rührt das Puplikum zu tränen

Malin beim "warm machen"

Malin wird Interviewt

Erwähnt werden muss auch Philipp der souverän auf Englisch durchs Programm führte. Im Anschluss wurden wir noch von der größten Tageszeitung von Kerala befragt.

Wir tanzen ...

... und singen

Zur Belohnung gönnten wir uns nach den Auftritten einen Sprung ins fast kühle Nass des Hotelpools. Zur Entspannung trugen die Massagedüsen und die angenehme Beleuchtung des Beckens in mitten von Palmen wesentlich bei.

Zur Feier des Auftritts wurden wir von den Lehren auf einen Cocktail in die Strandbar eingeladen. Dort unter Palmen sitzend, genossen wir die leckeren Drinks, die eisgekühlt serviert wurden. Durch die eindrucksvolle Palmenkulisse kamen wir auf die Idee Fotos von den Palmen zu machen.

Palme bei Nacht

Am nächsten Morgen war der Zauber vorbei. Nach einem kurzen, köstlichen Frühstück mussten wir Marari Beach leider verlassen. Hier wollen wir noch einmal erwähnen, dass es uns dort sehr viel Spaß hat. Herzlichen Dank an den Besitzer Jose Dominic für die Einladung.

Nach einer zweistündigen Busfahrt zurück ins R.E.C. ging es nahtlos weiter im Programm. Schüler aus der ganzen Umgebung besuchten das Zentrum um etwas über erneuerbare Energien und Abwasserreinigung zu lernen. An verschiedenen Stationen, die wir im Vorfeld der Indienfahrt vorbereitet hatten, erklärten wir den indischen Schülerinnen und Schülern, anhand von Experimenten und Kurzvorträgen, „alles“ über Brennstoffzellen, Solarzellen und Solarthermie. Die ca. 450 Schüler kamen von verschiedenen muslimischen, hinduistischen oder christlichen Schulen. Da scheinbar alle gestern Abend fern geschaut hatten, waren Autogramme von uns heiß begehrt. Das Gefühl Autogramme zu geben, haben wir so genossen, dass wir beschlossen berühmt zu werden. Nachdem alle Kulis leergeschrieben und die Schüler glücklich über ihre vollgeschriebenen Zettel wieder heim gefahren waren, stellten uns Collegestudenten vor eine Herausforderung, die wir mit Bravour gemeistert haben.

Als alle Fragen beantwortet waren, besichtigten wir die lokale Ziegelei. Dort waren wir angenehm erstaunt, wie selbstverständlich und freundlich uns der Zugang auf das Fabrikationsgelände gestattet wurde. Wir konnten ohne Probleme alle Arbeitsstationen anschauen ohne Begleitung!

Nach einem langen anstrengenden Tag fallen heute Abend alle müde in Ihre Betten.

R.E.C.

Tag 5: Wir werden immer „nässer“

3. November 2010

Gestern Abend hatten wir noch ein Treffen der besonderen Art. Im Dunkeln am Strand trafen wir kleine oder auch größere weiße Punkte, die sich als Krebse erwiesen.

Eine Krabbe

Viele Krabben

Nachdem wir etwas spät bemerkt haben, wie spät es war, fielen alle todmüde ins Bett. Einige standen trotz allem früh auf um bei Sonnenaufgang im Meer zu baden, andere jedoch verschliefen völlig. Nach dem Frühstück ging es wieder in zwei klimatisierten Bussen zur Bootsfahrt.

Wir hatten trotz dem zwischenzeitlichen Regenschauer sehr viel Spaß und haben viel über die Lebensweisen der Inder an den Flüssen gelernt. Wir haben festgestellt, dass die Inder nicht nur am Ufer, sondern auch auf den Flüssen in Hausbooten hausen.

Palme

Untermotorisierter Abschleppdienst

Regenschutz auf Indisch

Wieder im Ressort angekommen, wurden die luxuriösen Badezimmer genutzt.

Draußen, Riesig, Luxoriös, Geräumig, Innenhof, Modern, Sauber, ...

Wir freuen uns heute noch auf einen schönen Nachmittag am Strand und auf das heutige Abendprogramm, bei dem wir im Amphitheater selber mitwirken werden.

Vor lauter Strand und Programm haben wir total vergessen den Blog online zu stellen. Daher jetzt unser etwas verspäteter Bericht vom ersten Teil des heutigen Tages.

Tag 4: Marari Beach Ressort

2. November 2010

Unser Tag begann noch verschlafener als sonst, wir schieben das auf die halbe Stunde, um die das Frühstück heute nach vorne verschoben wurde. Nach ein paar Verzögerungen ging es dann auch endlich in zwei glücklicherweise gut klimatisierten Kuschelbussen los. Wir hatten unsere zahlreichen Gepäckstücke wirklich zum Kuscheln gern, was bei den etwas beengten Platzverhältnissen sehr nützlich war.

Auf dem Weg zu unserem Reiseziel begegnete uns das altbekannte Verkehrschaos, an das wir uns vermutlich  gewöhnen werden. Scheinbar war ganz Indien in Kuschellaune. Nur die Hupe konnte andere Kuschelfreudige abschrecken und half uns sicher ans Ziel zu kommen.

Dort angekommen wurden wir mit einem mysteriösen Punkt auf der Stirn zwangsverheiratet? Nein, begrüßt! Nachdem wir uns unserem Gepäcks entledigt hatten, stürmten wir den leeren Strand und das warme Meer. Erst danach bemerkten wir den Luxus, den uns das Marari Beach Ressort bietet.

Das Mittagessen übertraf jegliche Erwartungen: Die Auswahl war gigantisch, wir konnten uns so viel nachschöpfen, wie wir wollten und wurden bei speziellen Gerichten sogar direkt vom Grill bedient. Alle freuten sich schon auf das Abendessen.

Bei einer Führung über das Gelände, erfuhren wir, wie das Hotel diesen Luxus anbieten kann, ohne dabei der Umwelt, und den indischen Anwohnern zu schaden. Die umliegenden Dörfer profitieren sogar von der Anlage. Durch zahlreiche Sozialprojekte und gut bezahlte Arbeitsplätze.

Wir =)

Da Florian scheinbar den deutschen Winter vermisst, stellte er die Klimaanlage vor der zweistündigen Führung auf 5°C, sodass Tobias feststellen musste, dass die Temperaturen im gemeinsamen Chalet arktische Ausmaße erreicht hatten.

Den ganzen Tag über fragten wir uns, was wir in Deutschland falsch machen, dass wir daheim kaum noch Tierarten vorfinden, verglichen mit Indien. Uns kamen Tausendfüßler, Krebse, Delfine, Streifenhörnchen, Libellen, Schmetterlinge, Raupen,  Flughunde, Vögel, Fische, Ameisen und vieles mehr vor die Linse. Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Moskitos.

Einer von Vielen

Pflanzen natürlich auch

Wie man an den Delfinen und den Krebsen sehen kann, haben wir auch am Meer fleißig fotografiert. Wir beschlossen nach Möglichkeit jeden zukünftigen November am Meer zu verbringen. Normalerweise ist es nicht möglich in Badehose und Bikini herumzulaufen. Da uns dies jedoch möglich war, nutzten wir unsere Zeit mit schwimmen, bräunen, turnen, rennen, Wasserschlachten und Krebse sammeln bis die Sonne unterging.

Nach dem einmaligen Sonnenuntergang genossen wir ein Abendessen, das dem Mittagessen um nichts nachstand.

Nach so viel Stress beim Nichtstun, chillen wir jetzt erst noch ein bisschen am Strand (bei inzwischen gerade einmal 30°C), was eventuell Kälteschock und Frostbeulen verursachen könnte.

Grüße aus der Hängematte am Strand!

P.S.: Antwort auf Kommentar

Ja, Mama. Ich weiß! Aber der Bluse ist nichts passiert, unterschätz meine sportlichen Fähigkeiten nicht! :-)

Tag 3: Unser Schulalltag in Indien

1. November 2010

Zuerst möchten wir auf eure Kommentare antworten. Die Palme ist in tiefe Winterstarre gefallen und ruht sich hoffentlich bis zum nächsten Sommer wieder aus. Von einem heiseren Muezzin ist leider nichts zu bemerken, der allmorgendliche Wecker weckt immer noch fleißig.

Unser Alltag hier in Indien ähnelt mehr und mehr dem unseres Schulalltags: „nächtlicher“ Sportunterricht, Kunstnachhilfe für manche der Jungs und der Musikunterricht kommen neben den Naturwissenschaften auf keinen Fall zu kurz. Und da nach dem Sport eine Dusche nötig ist, bot sich bei Regen das Dach als „Gemeinschaftsdusche“ an.

Unsere heutige Physikstunde befasste sich mit der Luftdichte. Wir haben nach langen Nachforschungen die Erkenntnis gewonnen, dass sich Luftballons mit den Tropen nicht besonders gut vertragen, da sich heiße Luft ausdehnt und die Ballons somit überstrapaziert werden. Es ergab sich eine  Ausfallquote  von annähernd 50%, den Rest  verwendeten wir zum Schmücken des Zentrums.

Zum 10jährigen Jubiläum des Renewable Energy Centres wurden einige interessante Vorträge gehalten, die durch die Beiträge von Herrn Merkle (über das FSG und dessen Auslandsbeziehungen), Maren (mit einem Vortrag über den kulturellen Austausch) und Katharina (mit einem Vortrag einer Textpassage) aufgelockert wurden. Die Veranstaltung fand außerdem zum Gedenken des kürzlich verstorbenen Politikers Dr. Hermann Scheer (MdB) statt, der sich auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien besonders engagiert hatte.

Herr Merkle beschreibt unsere Schule

Herr Merkle beschreibt unsere Schule

Maren beim Vortragen

Maren beim Vortragen

Katharina trägt einen Text von Dr. Scheer vor

Im Anschluss an die Vorträge folgten die gestern geprobten kulturellen Beiträge. Simone begeisterte  alle Anwesenden mit dem Stück „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth und Malin mit ihrer erstklassigen Turn- und Tanzchoreografie.

Malin unsere Turnkünstlerin

Simone singt

Wir hatten heute zum ersten Mal Kontakt zu indischen Studenten, mit denen wir uns austauschten. Auch Herr Merkle und Frau Waible fanden bei Weihnachtskuchen und Tee Gesprächspartner in indischen Lehrern, mit denen sie eine Diskussion führten.

Philipp steuerte wesentlich zur Nahrungsbeschaffung bei, indem er seine gestern erfolgreich geangelte Kokosnuss und seine immigrierte Schokolade mit uns teilte.

In jeder freien Minuten widmeten wir uns unseren Projekten für die Global Action Week. Doch die schwerste aller Prüfungen muss auch noch erwähnt werden: unsere bevorstehende Reise ins Marari Beach Ressort.

Und noch etwas für die ehemaligen Indienfahrer: wir trafen einen alten Bekannten von euch:

Tag 2: Indien ist scharf, vor allem das Essen

31. Oktober 2010

Unser erster Kulturschock beim Frühstück: Nutella. Erstaunlicherweise nicht scharf.

Nach der gemeinsamen Besprechung widmete sich jeder seinen Aufgaben. Die einen kümmerten sich um Vorträge für die „Global Action Week“, andere bauten Modelle für die nächste Woche, wieder andere erkundeten die Umgebung und hielten fotografisch jede Einzelheit fest. Besonderer Beliebtheit  erfreuten sich dabei die Tausendfüßler (der Durschnitt der Anzahl der Beine liegt bei 999,71).

Unser gestern in Rekordzeit aufgebauter Solarkocher, der schon einen Monat vor uns nach Indien reiste, und tatsächlich ankam, wurde erfolgreich erprobt und verbessert.

Beim Mittagessen stellte sich heraus, dass alle dazu gelernt hatten. Häuften wir uns gestern die Teller mit Soßen (scharf!!!) voll, begrenzten die meisten die Menge der Soße, bedienten sich aber um so mehr an den farbenfrohen Beilagen. Andere kamen jedoch auf den Geschmack und bedienten sich weiterhin an den scharfen schmackhaften Soßen.

Der nächste Kulturschock erfolgte am Nachmittag. Bei einem uns über den Weg laufenden Fluss konnten wir uns nicht entscheiden wie wir ihn überqueren sollten. Nach kläglich gescheiterten Sprungversuchen und einer Landung im Matsch half es uns nicht wirklich weiter als die Inder einfach durch liefen bzw. fuhren. Wir halfen uns nach langem Nachdenken mit einer improvisierten Brücke.

Vorher:

Nacher:

Doch noch vor diesem Kulturschock brachten wir unsere eigene Kultur ins „Renewable Energy Centre“. Wir probten unsere Auftritte für die nächsten Tage. Darunter der gemeinsam einstudierte Tanz und Gesang. Anschließend wurde unser vorgegebenes Tanz und Singniveau von Simone und Malin deutlich getoppt. Simone begeisterte mit einer Gesangseinlage und Malin überzeugte mit einer Mischung aus Turnen und Tanz.

Nach unserem kulturreichen Tag und einem durchdachten, nicht zu scharfen Abendessen, genossen wir den zweiten sommerlichen Abend in Indien.

P.S.: Wegen unserem eingeschränkten Internet können wir auf die Kommentare leider erst 2 Tage spüäter bezug nehmen.