Wir Tüftler (Benjamin C., Claudius B., Fabian D und Immi van V.) dachten uns an einem verregneten Septembermittag: „Lass wat mit Lego bauen!“
Gesagt getan, trafen wir uns dann an dem, darauffolgenden, ebenfalls verregneten Mittwochnachmittag, in der Tüftler-AG. Wir teilten den Physiklehrern voller Stolz und Elan unsere neue Idee mit: Kompressorbau am FSG!
Vier Männer, ein Wort, bauten wir mit ungefähr 5-6 original Lego-Kästen, einen vorerst relativ geschalteten 4-Kolben-Kompressor mit Drucktank und Stop-and-Go-Weiche.
Gesattelt mit dem Know-how eines Kompressorbau-Ingenieurs, gingen wir erhobenen Hauptes und mit ausgefahrener Brust zu unseren Physiklehren und zeigten ihnen unser Schmuckstück.
Von der Schönheit und Genialität unserer Maschine geblendet, nahmen sich Herr Trittler und Herr Merkle unser an. Gemeinsam holten wir uns aus der, für seine Vielfalt bekannten Physiksammlung, ein Manometer, um den Druck, der unser Kompressor aufbringen konnte, zu bestimmen. Die Anzeigenadel schnellte, wie vom Blitz getroffen, nach oben und kam erst kurz vor der 1,5-bar-Marke zum stehen.
Wie es das Gesetz der Natur es von uns forderte, dachten wir uns: „Das kann es doch noch lange nicht gewesen sein! Oder auf gut deutsch: Da geht noch was!“
Vom Testosteron durchflutet, knöpften wir uns die restlichen 5 Lego-Kästen vor und erweiterten unseren Kompressor, indem wir noch 3 Motoren und 5 Kolben anbrachten. Somit bestand unser Corpus Delictus aus 4 Motoren, 10 Hochleistungsförderpumpen und 4 Drucktanks. Unterstrichen von einem ebenfalls, auf Höchstleistung getrimmten Getriebe, schindete unsere Apparatur sogar bei den engagiertesten Physiklehren Eindruck. Nun unterzogen wir unseren, bis ans Maximum ausgeschöpften Kompressor, einem weiteren Drucktest mit unseren Texas-Instrument-Universaltaschenrechnern.
Diesmal schnellte nicht der Zeiger, sondern der Wert, den die Digitalanzeige anzeigten, nach oben und hielt erst inne, als ein Wert von 2,8 bar erreicht war. Der Jubel war groß und die Sektflaschen wurden geköpft. Auch der Kollege von Herrn Trittler, der ebenfalls engagierte Herr Merkle, nahm einen Schluck. Um unseren Erfolg perfekt zu gestalten, wurde unser Hochleistungskompressor in der bekanntesten Vitrine der Schule ausgestellt.
Fabian Deuring & Claudius Beiermeister, überarbeitet von Herr Merkle